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DIE SPIELER
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Was wie eine
'einfache' genealogische Forschung angefangen hat, hat sich heute zu einer
Studie nach die Waffenindustrie für tragbare Feuerwaffen in den Niederländen
im neunzehnten Jahrhundert fortgesetzt. Oder besser formuliert: Woher holte
sich die niederländische Armee ihre Gewehre? Und wer war daran beteiligt?
Bis zum 1830 gehörte Belgien zum Königreich der Niederlande, und ließ
die Regierung die tragbare Feuerwaffen, wie Gewehren und Pistole, meistens
in Lüttich anfertigen. Zwischen 1830 und 1840 kamen die aber reichlich aus
Deutschland; insbesondere aus Suhl. Die Firma
Wilhelm und Heinrich Spangenberg wurde zum einer der wichtigsten
Lieferanten. Aber auch viel später, im Jahre 1870 und weiter, waren Suhler
Waffenhersteller involviert.
Was mich jetzt beschäftigt, ist die Frage: Wer waren diese Unternehmer?
Wie haben ihre Fabriken und Werke ausgesehen. Wie wurde dort gearbeitet.
Welche Leute haben dort als Büchsenmacher gearbeitet, und wie haben die denn
gelebt. Im Folgenden eine Einführung in die Rüstungsindustrie in den
Niederlanden.
Weil man über Lüttich nicht ganz zufrieden war, wurde
in der Zeit der "Vereinigten Republik der sieben Provinz" und das
"Königreich Holland" auch Gewehren in der Gewehrfabrik in Culemborg
produziert, die später im Auftrag von Napoleon geschlossen wurde. Schon vor
der Geburt des "Vereinigten Königreichs der Niederlande“ eilte der spätere
König Wilhelm I sich in England Waffen zu beschaffen: die 'Brown Bess '.
Nachdem Napoleon vertrieben war, gab es nur einen Ort zu gehen: Lüttich ! Wo
sonst? Die Brown Bess wurde ausfasiert und ersetzt durch eine verbesserte
Version der Französisch Model 1777. und kamen neue Modellen dazu.
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Das Fransösiche model 1777 corrigé |
Das Mechanismus der Brown Bess. |
Nach der belgischen Sezession gingen die Waffenfabriken
in der Region Lüttich für die Behörde verloren. Der Fabrik von Devillers
wurde geplündert. Andere Hersteller wie P.J. Malherbe und Malherbe de
Goffontaine sahen ihre Geschäfte verloren. Die ehemalige Gewehrfabrik in
Culemborg existierte schon lange nicht mehr, und die 'Geweerwinkel' in Delft
war nicht mehr als eine Werkstatt. Für den Bedarf an Gewehre wendete das
Kriegsministerium sich an das Ausland; insbesondere an der Firma
Spangenberg. Blanke Waffen, wie Säbel, wurden von Schnitzler und Kirschbaum
aus Solingen geliefert. Nachdem die Beziehungen mit Belgien etwas
stabilisiert waren, kamen die Wallonen wieder zurück in das Rennen um die
Aufträge.
Technologische
Fortschritte und Entwicklungen in der internationalen politischen Bühne
zwangen die niederländische Regierung im Jahr 1840 eine Antwort darauf zu
finden wie die Armee ausgerüstet werden soll, weil jetzt die Feuerstein
Waffen durch die Erfindung des Percussion-System überholt waren. Es wurde
entschieden die alte Gewehre und Pistolen für das neuen System der
Entzündung um zu transformieren. Ende 1841 wurde diesem Auftrags an der
Maastrichter Grossunternehmer PETRUS REGOUT vergeben. Das war kein Erfolg.
Daher nahm die niederländische Regierung die Umwandlung in die eigenen
Hände. Wen die transforamtion zu Ende lief, bemühte sich die ebenso
Maastrichter Geschäftsman PETRUS STEVENS ab Ende 1849 in kürzester Zeit eine
Fabrik auf zu bauen. Im Gegensatz zu Regout war Stevens sehr vertraut mit
der Herstellung von Waffen und Waffenteile, schließlich im Jahre 1836 war er
bereits in diesem Bereich aktiv. Seine Fabrik war in Juni 1850 völlig
funktionsfähig, und im Jahre 1852 bekommt er das Prädikat "Königlich".
Niederländisch
Kolonial Pistol M1850 percussion, hergestellt durch Petrus Stevens. Die
Waffe tragt die Marke "AB", nach Antonie Frederik Brade, Inspector tragbare
Waffen, damals verantwortlich für die Beschaffung. Der Großvater von Brade,
Johann Christian, war geboren in Darmstadt und war als Major Chirurg in die
Holländische Armee angestellt. Wie er waren viele Deutsche als Militär tätig
in die Niederlande während der Zeit der Republik der Sieben Vereinigten
Provinzen.
Die andere Marke wurde von Johannes Schneider gesetzt, ein
Meister Büchsenmacher aus Zella St. Blazii in Saksen-Gotha etwas nördlich von
Suhl. (Heute Zella-Mehlis) Schneider hat neben in Maastricht auch in Suhl und
Delft als Waffenkontrolleur für die Holländer gearbeitet. In 1852 bekam er der
Niederländische Nationalität.
Nach
Stevens in 1863 starb, degenerierte die Fabrik, fortgesetzt durch seine vier
Söhne, rasch. Dass obwohl die Fabrik stark engagiert war in die zweite große
Transformation des Jahrhunderts. Nämlich die Umwandlung der alten
Vorderlader in Hinterlader nach dem System Snider.
Während im Jahr 1869 Test bereits auf dem besten Weg
waren für die Einführung einen richtigen Hinterlader mit einem kleineren
Kaliber, kam aus heiterem Himmel ein dritterv Maastrichter Geschäftsman
hervor. Zuletzt beteiligt, kam das Beaumontgewehr am besten raus. EDOUARD DE
BEAUMONT, der nicht über eine eigene Fabrik verfügte, ließ die Waffen bei
der französischen Kaiserliche Gewehrfabrik in St. Etienne produzieren. Wenn
durch den deutsch-französische Krieg kurze Zeit später die Lieferungen in
den Eimern geraten, wurde die Produktion durch De Beaumont verlagert nach
Suhl. Zum Produktion des Waffe hatte er ein Konsortium bereitgefunden,
bestehend aus die Lieferanten: Simson, Luck, Göbel, Schaller und
Bornmüller. Wie das Verhältnis zwischen diesem Konsortium und De
Beaumont genau war, ist Sache der Untersuchung. Und das gilt ebenso für die
Mittglieder des Konsortiums untereinander.
Durch De Beaumont's Missglück bekam aber auch 'P. Stevens Maastricht'
mehrere Aufträge, die einen vorübergehende Hochkonjunktur für die Fabrik
bedeutete. Aber auch mehrere Gerichtsverfahren folgten. De Beaumont
prozedierte gegen Stevens für die Verletzung seines Patents, und verlor. Der
Franzose Chassepot wurde zurück nach Paris dirigiert nachdem er einem
Rechtsverfahren gegen De Beaumont verliert in einem ähnlichen Fall. Zuletzt
verloren sie alle. Die Produktion des Beaumontgewehr gerat schnell am Ende.
Obwohl Stevens noch einige Aufträge für Revolver für Offiziere bekam, ging
alles schnell bergabwärts. Als Emile Stevens 1879 starb, wurde die Fabrik
verkauft an… Edouard de Beaumont und sein derzeitigen Partner der Lütticher
Leonard Soleil!
Aufregung
entstand wenn in 1888 die Regierung am Rande war der Vergabe eines Auftrags
an Francotte aus Lüttich für die dritte große Operation des Jahrhundert: die
Umwandlung der Einzellader Beaumont in einem Repetiergewehr nach einem
System der Italiener Vitali. Unterstütz durch die Medien gelang es diesen
Vertrag schließlich nach Maastricht zu bringen. Allerdings könnte dies die
Fabrik nicht vom Untergang retten. In 1890 kauft De Beaumont seinem Partner
aus, aber da er nicht in der Lage war zu innovieren, kamen die Tätigkeiten
praktisch zum Stillstand. Ein Versuch von einem dritten Partie einer neuen
Fabrik in Maastricht zu gründen, war ein Schuss ins Blaue hinein. Da kann
man schon sagen das mit dem Tot von Edouard de Beaumont im Jahr 1895 auch
eine lange Tradition die schon aus dem siebzehnten Jahrhundert zurück geht
in Maastricht zu Ende getragen wurde. Das hochwürdige Handwerk des
Büchsenmachers dass die Stadt Maastricht mit auf der Weltkarte setzte, war
im Großen Ganzem vorbei.
Edouard
de Beaumont
kann man nach heutigen Maßstäben sehen als ein merkwürdiger Typ. Er
handelte in alles und jedes. Was ihn aber aus der Menge stehen ließ, war
dass er internationalen Ruhm erwarb. Lange Zeit galt er als der Erfinder des
Beaumontgewehr, ein Infanteriegewehr das im Jahre 1870 durch die
niederländische Armee adaptiert wurde. Aber in 2006, während eines
Symposiums der "Verenigung Edouard de Beaumont", zeigte der Herr W.A.
Dreschler der Welt ein amerikanisches Patent aus 1870:"Be it known that
I, John Joseph Cloes, of Liège, in the Kindom of Belgium, have invented a
new improvement in Breech-loading Fire-arms". Cloes tat es nicht nur
als Erfinder, sondern auch als
"assignor to Edward de Beaumont, of same place". Damit endeten alle
früheren Spekulationen über die Frage ob De Beaumont jetzt ja oder nicht der
Erfinder des Gewehr war.
Jean-Joseph Cloes war selbst inspiriert von der französischen
Gewehrentwerfer Antoine Chassepot und das system Mauser - Norris.
Das
Preußische Zündnadelgewehr entworfen von Von Dreyse (aus eine Publikation
aus 1868) inspirierte viele spätere waffenentwerfer unterdessen auch
Chassepot.

In die Börsen-Zeitung 1875 wurde das Beaumontgewehr
genannt unter die fünf besten Militärgewehre des Zeitalters, neben Mauser
(Deutsch), Werder (Bayrisch), Berdan (Russisch) und Gras
(Französisch). Einen Auswahl aus sechs und zwanzig verschiedene Arten
Rücklader an diesem Zeitpunkt bei die unterschiedene Europäische Armeen
eingeführt.
Und Delft? Die Werkstatt in Delft entwickelte sich unterdessen langsam zu
einer richtigen Gewehrfabrik, wenn auch in bescheidenem Umfang. Rund um die
Jahrhundertwende wurde die "Artillerie Inrichtingen", wie diese Einrichtung
bekannt wurde, schrittweise nach Hembrug verlegt. Damit hätte die Regierung
endlich bekommen, was es immer schon wollte: eine Gewehrfabrik innerhalb der
Festung Amsterdam.
Die Entwicklung eines Sturmgewehrs, genannt AR10, dass seine Zeit
anfangs der sechziger Jahre weit im voraus war und als ein Vorläufer des
berühmten amerikanischen M16-Gewehr gesehen werden kann, hätte die Industrie
für die Niederlande behalten können. Aber erneut waren es die "Umstände"
nicht gut. Schließlich kam auch diesen Fabrik 1963 auf ein Ende, da die
Regierung sich entschied zum Ankauf eines Sturmgewehr produziert von FN. Und
damit war es wieder wo alles angefangen hat: in Lüttich. Was verbleibt, sind
einzelne überlebende Stücke, darunter den renommierten und weltberühmte
Pistole aus Elfenbein, zu bewundern in das niederländischen Heeres Museum in
Delft und das 'Museum aan het Vrijthof' in Maastricht.

Rechts: Herr J.C.Thonus (geb. Culemborg 1810 +
Maastricht 1884), einer der viele Büchsenmacher und Waffenkontrolleure
aus der Gewehrmachersfamilie Thonus mit Spuren in Lüttich, Culemborg,
Maastricht, Delft und Suhl. Beitrag von Herr J. Thonus.
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